Reginas Gäste: Ahmad Mansour

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Einlass: 17:30 Uhr
Neue Stadthalle Langen

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Klartext zur Integration

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Wenn es ein Thema gibt, das unsere Gesellschaft in allen Bereichen betrifft und spaltet, dann ist es das Thema Integration von Muslimen. Und spätestens dann fällt sein Name: Ahmad Mansour. Der Diplom-Psychologe redet Klartext. Begriffe wie Leitkultur sind für Ahmad Mansour kein Tabu. Sie sind nichts, was spaltet – im Gegenteil: Er will, dass wir darüber diskutieren. Warum, fragt er sich, können wir unsere Jugendlichen mehr für Apple Produkte begeistern als für Demokratie, Menschenrechte oder Freiheit? Mansour sagt: „Es wird viel geredet – meist oberflächlich und undifferenziert – und wenig gemacht.“ Integration beispielsweise ist nichts, was schnell geht, er warnt vor den Übertoleranten sowie vor den Panikmachern und er kritisiert die Politik ebenso wie die islamischen Verbände. Die Debatte um Integration gehört in die Mitte der Gesellschaft und sie muss offen geführt werden, was nicht bedeutet beliebig. Wann ist jemand integriert und wann nicht?

Geboren 1976 als arabischer Israeli, kam Ahmad Mansour 2004 zur Fortsetzung seines Studiums nach Deutschland. Nicht als Flüchtling, aber er hatte am eigenen Leib erfahren, was es heißt, in einer gefährlichen Parallelgesellschaft zu leben. Das wollte er für sein Leben ändern. Er studierte in Berlin Psychologie und schildert in seinen Büchern den eigenen, steinigen Weg vom Ankommen in der deutschen Gesellschaft. Ausgrenzung, Rassismus und Ablehnung gehörten zu seinem Alltag, aber er hat nicht aufgegeben und dabei viel gelernt über das Land, das er heute liebt und verteidigt. Seit 2017 hat er nicht nur die deutsche Staatsbürgerschaft, sondern er fühlt sich auch als Deutscher, weil er für sich eine Entscheidung getroffen hat. Für eine freie und offene Gesellschaft, für das Grundgesetz, das für ihn im Alltag und in der Arbeit über Tradition, Religion und jeglichem Nationalismus steht. Damit hat er sich nicht nur Freunde gemacht: Die eigene Community wirft ihm mitunter Verrat an der eigenen Identität vor. Für andere bleibt er der Ausländer, der nicht dazugehört.

Der Psychologe Ahmad Mansour kennt die Mechanismen von Gewalt, Eskalation und Antisemitismus. Und er warnt gleichermaßen vor falscher Toleranz und Angstschüren. Als Berater und Trainer gibt er Workshops für Lehrer, Polizisten und Sicherheitsangestellte, er geht in Schulklassen, auch in Gefängnisse und arbeitet mit radikalisierten Jugendlichen. 2018 gründete er „Mind Prevention“, das Mansour Institut für Demokratieförderung und Extremismus Prävention (www.mind-prevention.com). Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt er unter anderem den Moses-Mendelsohn-Preis zur Förderung von Toleranz sowie den Carl-von-Ossietzky-Preis.

Als Autor hat Ahmad Mansour folgende Bücher veröffentlicht: „Generation Allah – warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen“, „Klartext zur Integration“, „Solidarisch sein – Gegen Rassismus, Antisemitismus und Hass“.

Regina Heidecke hat in Frankfurt Soziologie, Germanistik und Philosophie studiert, war ab 1978 Redakteurin der Kulturredaktion bei Hessischen Rundfunk sowie von 2001 bis 2014 Schlussredakteurin der Sendung Kulturzeit bei 3sat. Als Filmemacherin realisierte sie für den Hessischen Rundfunk, arte und 3sat Features und Porträts in den Bereichen Theater, Tanz und Ballett, aber auch Magazinbeiträge zu gesellschaftlichen und politischen Themen sowie Reisefilme. Daneben war sie viele Jahre als Ballettkritikerin für hr2 tätig. Als Redakteurin bei Kulturzeit hat sie sich vermehrt den Themen Politik, Bildung, kritischer Journalismus sowie Fragenstellungen zum Islam und dem Nahen Osten zugewendet. Ganz besonders am Herzen lag ihr die Ausbildung und Betreuung von jungen Journalisten und Filmemachern aus Ländern wie dem Irak, Tunesien, Pakistan und Afghanistan in Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa). In Workshops hat sie mit dem Goethe-Institut in Syrien, mit dem Institute for War and Peace Reporting (IWPR) im Nordirak, sowie dem Senior Expert Service (SES) in Indonesien zusammengearbeitet. Seit 2015 ist Regina Heidecke freie Journalistin.

www.mind-prevention.com

 

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