Vater

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Einlass: 19:30 Uhr
Neue Stadthalle Langen

28,50/ 26,30/ 25,20 Euro
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Tragikomödie von Florian Zeller mit Ernst Wilhelm Lenik, Irene Christ u.a.

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Etwas verändert sich. André, 80 Jahre alt, merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung und, klar, er versucht, vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, dass alles in Ordnung sei. Dabei ist es offensichtlich, dass er es nicht mehr schafft, alleine mit dem Alltag zurechtzukommen. Anne lässt sich nicht täuschen und organisiert Pflegehilfen für ihn, Menschen, mit denen er sich ständig streiten muss. André tappt durch einen Alltag, der sich für ihn mehr und mehr in ein verwirrendes Labyrinth verwandelt, immer auf der Spurensuche nach sich selbst. Weil seine Wahrnehmung sich völlig verschiebt, gerät er tiefer und tiefer in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt, weil die Welt, in der sie entstanden ist, am Erlöschen ist. Heimatlos.

Das Besondere an Vater, der starken Tragikomödie von Erfolgsautor Florian Zeller, ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Erlebt wird die Handlung nämlich nicht chronologisch, sondern aus der Erlebniswelt des alten Herrn. Es ist ein zulässiger Trick, werden wir doch so emotional an André, die Hauptperson, gebunden, erleben mit ihm Momente des Glücks, teilen mit ihm Momente des Ausgeliefertseins, erfahren mit ihm die unbegreifbaren Veränderungen von Personen und Dingen und können wie er immer weniger unterscheiden: Was ist Realität, was Wahn oder Wunschvorstellung, was Halluzination oder fixe Idee?

Zugegeben, das klingt nach einem verdammt traurigen Theaterabend. Aber das wird es keineswegs. Die fein austarierende Inszenierung ist nämlich anrührend und komisch zugleich. Es darf auch tüchtig gelacht werden. Nicht Andrés Krankheit steht im Mittelpunkt, sondern sein Bemühen, dem beunruhigenden Prozess der Verwirrung zu entkommen. Andrés Eigensinn und Wutausbrüche zeigen: dieser Mann kämpft um seine Selbstachtung. Es ist eine tragikomische Gratwanderung einer unberechenbaren, aggressiven Nervensäge, weil André versucht, seine fortschreitende Hilflosigkeit vergessen zu machen. Sie endet erst mit dem Schlussbild, dessen nachhaltiger Wirkung man sich offenkundig nicht entziehen kann. Ein großes Theatererlebnis, heißt es unisono in der Presse zu Vater und alle, wirkliche alle Blätter loben die grandiosen Mimen.

Vorneweg: Ernst Wilhelm Lenik (André) und Irene Christ (Anne) spielen ihre Rollen derart perfekt, dass das Publikum förmlich in den Bann der geschickt konstruierten Story um einen an Alzheimer erkrankten Mann gezogen wird. Ernst Wilhelm Lenik, so heißt es in der NORDEUTSCHEN RUNDSCHAU, liefert als André eine exzellente Studie des langsamen Entschwindens in die Welt des Vergessens.

www.irene-christ.de

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