Wer hat Angst vorm weißen Mann?

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Einlass: 19:30 Uhr
Neue Stadthalle Langen

tba.

 

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Geister-Komödie von Dominique Lorenz mit Joseph Hannesschläger u.a.

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Das haut ihn um: Für den Münchner Metzgermeister Franz Maisacher, prämiert für seine unvergleichliche Weißwurst, wäre die Bezeichnung konservativ ein linksradikaler Ausdruck, denn bei ihm sind schon Rosenheimer Ausländer. Und ausgerechnet er, Franz Maisacher, muss erleben, dass seine Tochter -  völlig überarbeitet, seit er mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus kam – einen Asylbewerber aus dem Kongo schwarz beschäftigt, um die finanziell angeschlagene Metzgerei am Laufen zu halten. Der do! heißt Alpha Makambo. Keine Frage für den Franz: Der „Neger“ muss sofort wieder weg. Alpha aber denkt gar nicht daran, seinen Platz zu räumen, versucht sogar, die Freundschaft mit dem Hausherrn durch einen Voodoo-Zauber zu erzwingen – ohne Erfolg. Da trifft den Metzger zum zweiten Mal der Schlag, diesmal aus einem Stromkabel, als er sich mit seinem neuen „Mitarbeiter“ um den Wechsel einer Glühbirne streitet, und diesmal ist Schluss. Maisacher stirbt und findet im Himmel dennoch keine Ruh‘. Nein, nein, nein, ins Jenseits kann er nicht, weil er auf Erden noch nicht fertig, sein Lebenswerk noch nicht vor dem Ruin gerettet ist. Die Metzgerei! Und jetzt kommt´s erst richtig dick für den Maisacher Franz: Als tätiger Geist braucht er ein Medium, um wirksam ins irdische Geschehen eingreifen zu können, und wer ist der einzige, der ihn sehen und verstehen kann? Man ahnt es schon: Der „Bimbo“, wie er den politischen Flüchtling und arbeitsamen Ingenieur mit guten Manieren schimpft. Sei’s drum, fortan sind die beiden Männer schicksalhaft aneinander gekettet, und Alpha fügt sich, denn eines hat er schnell erkannt: So leicht wird er den sturen Alten nicht los.

Wer hat Angst vorm weißen Mann?, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), ist eine moderne Märchenerzählung, eine ebenso sprachmächtige wie sprachwitzige Verbeugung vor den großen Satirikern der deutschen Zunge, krachledern und feinsinnig, ist ein verstecktes Sozialdrama, ist eine Studie in Toleranz und Menschenwürde ex negativo. Dazu gehört, dass der Franz, indem er als Alphas Dauerbegleiter in dessen Schuhe schlüpft, das Mitfühlen lernt. Nicht, dass ihn das vom herzhaften Kommentieren abhielte.

An der Seite von Joanna Semmelrogge (Tochter Zita), Thomas Stegherr (Sohn Anton) und Dimitri Abold (Alpha) spielt Joseph Hannesschläger den Metzger im Himmel und auf Erden. Hannesschläger, Jahrgang 1962, beeindruckte in zahlreichen Bühnenstücken (u.a Die Physiker, West Side Story oder Krabat), in Film- und Fernsehproduktionen (z.B. Rosenheim Cops) oder in Kinofilmen wie Der Schuh des Manitu, Nur über meine Leiche oder Bandits.

PS: Eine Wolke, eine Harfe. Aus der Weite hören wir ein lautstarkes Frohlocken. Ein arges Frohlocken. Und wir sehen den Engel Aloisius, der seit 1911 die Stellung hält. Und da ist nun auch der Franz. Die beiden verstehen sich gut. Hosianna!

www.josephhannesschlaeger.de - www.joannasemmelrogge.wixsite.com

Dieser Theaterabend ist auch Teil des Abonnements Stadt.Theater.Langen.
Start des Freiverkaufs: 19.08.19

 

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