DER PRIESTERMACHER
Komödie von Bill C. Davis mit Thomas Freitag und Constantin Lücke
War Jesus ein Wahrheitsfreak? Darüber und über unzählige andere Kernfragen des Glaubens lässt sich eifrig disputieren, sogar unter Glaubensbrüdern und –schwestern und erst recht zwischen dem Priestermacher und seinem hitzigen Schüler.
Wie der amerikanische Originaltitel „Mass Appeal“, so hat auch das Stück „Der Priestermacher“ einen doppelten Boden. Es könnte ebenso „Die Macht der Messe“ bedeuten, wie auch „Aufruf an das Volk“. Um beides geht es. Die Geschichte handelt vom Bemühen des alten, mit allen Weihwassern gewaschenen katholischen Priesters Thaddäus, den rebellischen Seminaristen Christopher auf dem Weg zu Kirche und Gott zu begleiten. Da die Kirche in unendlich langen Zeiträumen denkt, sind natürlich auch ihre Debatten rund um die Wahrheit und Missetaten, um Moral, Sex und Zölibat und all die anderen menschlichen Unzulänglichkeiten mit einem unbegrenzten Frischedatum versehen. Und in all dem sucht sich der Finger die offenen Wunden. Wenn das obendrein der unerbittliche Finger eines erstklassigen Kabarettisten wie Thomas Freitag ist, dann steht Boulevardtheater, das weit über seine üblichen Grenzen hinaus reicht, auf der Tagesordnung des Herrn.
Freitag demonstriert mit Bravour, mit Witz und Schlagfertigkeit wie eng Sprechtheater und Kabarett verbunden sind. „Zwar gibt er als sanftmütiger Pater dem Affen Zucker“, schreibt die Presse, „doch trotz seiner Kabinettstücke eines routinierten Stimmenimitators spielt er seinen Kompagnon nicht an die Wand. Auch Constantin Lücke überzeugt als jugendlicher Gegenspieler mit Engelsgesicht.“
Lücke machte im Jahr 2000 Abitur, danach besuchte er die Schauspielschule in Hannover und hatte von 2005 bis 2008 sein erstes festes Engagement am Staatstheater Nürnberg.
Thomas Freitag ist dagegen schon etwas länger im Geschäft; er ist gelernter Bankkaufmann und Schauspieler und Kabarettist. Sein erstes Engagement hatte er 1974 am Stuttgarter Renitenztheater, danach am Stadttheater Gießen. Als Solokabarettist trat er erstmals 1976 auf. Zwischen 1977 und 1986 war er Ensemblemitglied am Düsseldorfer Kom(m)ödchen, wo er zusammen mit Lore Lorentz auf der Bühne stand. Seitdem ist er mit seinen Soloprogrammen unterwegs und republikweit bekannt für seine umwerfenden Parodien von Willy Brandt, Herbert Wehner, Franz Josef Strauß, Helmut Kohl oder Marcel Reich-Ranicki. Klar, aus dem Fernsehen kennen sie den Mann sowieso, aber vielleicht erinnern sie sich noch an alten Zeiten mit dem Herrn in der alten Langener Stadthalle? Diesmal werden jedenfalls alte und neue Freunde der gepflegten Komödie und des spitzzüngigen Kabaretts gleichermaßen auf ihre Kosten kommen und am Ende eines gepflegten Theaterabends dem Bruder Thaddäus aus tiefster Überzeugung zustimmen: „Wir sind keine Engel, wir machen nur ihren Job“.
Tourneeveranstalter:
Theatergastspiele Kempf
15,00/ 14,00/ 13,00 € zzgl. Gebühren
(erhöhte Abendkasse)