Die Dinge meiner Eltern

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Einlass: 19:30 Uhr
Neue Stadthalle Langen

28,40/ 26,20/ 25,10 Euro
inkl. Gebühren & Garderobe

 

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Bewegender Soloabend von und mit Gilla Cremer

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Vorhang auf, Bühne frei, ein Haus aus Umzugskisten geformt. Drinnen Agnes. Agnes steht im Haus ihrer verstorbenen Eltern. Hier ist sie aufgewachsen, hier haben Vater und Mutter 60 Jahre lang gewohnt – nun muss es geräumt werden. Wo fängt man an? Im Keller oder auf dem vollgestopften Speicher? An jedem Gegenstand scheint noch so viel Leben zu hängen, ein vertrauter Geruch oder eine Geschichte! Behalten? Verschenken? Verkaufen? Wegwerfen? Erinnerungen an die Familie und die eigene Kindheit springen aus Schubladen und Schränken. Agnes stolpert über Briefe und Tagebücher, die nicht für sie bestimmt waren. Was vom Leben übrig bleibt, kann alles weg, hatte ihr ein Entrümpelungs-Profi geraten. Wenn es nur so einfach wäre…

Was macht ein Leben aus? Wie setzt es sich zusammen? Agnes steht im Haus ihrer verstorbenen Eltern. Allein, obwohl sie doch eigentlich vier Schwestern sind. Doch die anderen sind längst in alle Winde verstreut: Dallas, Hanoi, Philippinen, alle in leitender Position, alle unglaublich beschäftigt. Nur Agnes, freie Schauspielerin, ist in Deutschland geblieben, also soll sie – Du hast doch wirklich alle Zeit der Welt! – den elterlichen Haushalt auflösen. Hier sind die Schwestern aufgewachsen, hier haben die Eltern jahrzehntelang gelebt. Und nun steht sie, den praktischen Ratgeber für eine erfolgreiche Haushaltsauflösung in der Hand, vor den Resten dieser Familiengeschichte und soll sortieren, entscheiden, wegwerfen. Eine gute Liste macht alles einfach, hat ihre Schwester Bärbel ihr noch geraten. Aber wie passt die Kuschelritze im Bett der Eltern auf eine Liste? Der Geruch von Mutters selbstgenähtem Morgenmantel? Das Bücherregal, vor dem die Mutter die zehnjährige Agnes unvermittelt fragte, bei wem sie im Fall einer Scheidung (von der dann nie wieder gesprochen wurde) bleiben wolle? Vergessen geglaubte Momente und Gefühle steigen aus den Dingen ihrer Eltern auf – aber der Container für den Abtransport steht bereits vor der Tür.

Gilla Cremer, vierte von insgesamt fünf Schwestern, wurde im Jahr 1956 geboren. Nach ihrem Abitur ging sie für zwei Jahre nach Amerika, daraufhin für ein Jahr nach Indonesien und lernte dort die unterschiedlichsten Dinge, wie Modern Dance, Maskenschnitzerei und Kung Fu. Danach war sie Schauspielschülern an der Internationalen Schule für Theateranthropologie in Bonn, machte Station in Volterra, Hostlebro und Bologna, bevor sie schließlich 1987 als Solo-Akteurin tätig wurde. Seitdem begeistern ihre Stücke landesweit Publikum und Fachleute gleichermaßen und unisono heißt es: eine famose Frau, ein Glücksfall für die Bühne.

Die Dinge meiner Eltern, das so bewegend wie bitterhumorig den Abschied thematisiert und zu nicht gestellten Fragen animiert, ist unter den vielen Produktionen das Herzstück der Schauspielerin: Das zu schreiben hat mich fast um den Verstand gebracht.

www.gillacremer.de

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