Reginas Gäste: Ein Leben für Palästina

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Einlass: 16:30 Uhr
Neue Stadthalle Langen

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Regina Heidecke im Gespräch mit Abdallah Frangi

Kunst/Kultur | Neue Stadthalle Langen

Kaum ein Mensch hat so viel Weltgeschichte, so viel Krieg und Leid und Hoffnung und Enttäuschung miterlebt und die mächtigsten Politiker des Planeten kennengelernt wie der in Langen lebende Abdallah Frangi. An der Seite des früheren PLO-Vorsitzenden und Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde Jassir Arafat, als langjähriger Gesandter Palästinas in Deutschland und europapolitischer Berater des amtierenden Präsidenten Mahmut Abbas hat Frangi sein ganzes Leben dem Kampf für die Freiheit und Rechte des palästinensischen Volkes gewidmet. Dieser ungelöste Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser steht noch immer im Brennpunkt der Öffentlichkeit – und die Auswirkungen sind weltumspannend – und reichen bis nach Langen. Zum Auftakt der neuen Gesprächsreihe „Reginas Gäste“ wird Abdallah Frangi von sich und seiner Sache berichten, klug befragt eben von Regina Heidecke, Journalistin, Filmemacherin und Gastgeberin des Abends in der Neuen Stadthalle Langen.

Die tägliche „Kulturzeit“ auf 3SAT ist mit Sicherheit die wichtigste Kultursendung im deutschsprachigen Fernsehen. Regina Heidecke, seit 2015 als freie Journalistin tätig, war mehr als ein Jahrzehnt lang verantwortliche Kulturzeit-Redakteurin und prägte das Magazin mit, dessen Markenzeichen vor allem Gespräche zu aktuellen Themen der Zeit sind, mit Gästen, die jedem Thema einen teils ungewöhnlichen, individuellen oder kritischen Zugang eröffnen.

„Wir möchten uns den glücklichen Umstand, dass Regina Heidecke in Langen wohnt, und zugleich ihre besondere journalistische Haltung zunutze machen, um eine Gesprächsreihe in Langen etablieren, die anregende, aufregende, kluge Menschen vorstellt, sie zu den Themen unserer Zeit zu Wort kommen und sie etwas mehr Orientierung in die Informationsflut schaffen lässt“, erläutert Joachim Kolbe vom städtischen Fachdienst Kultur, der für das Projekt verantwortlich zeichnet.

„Wenn ich darüber nachdenke“, sagt Regine Heidecke, „was mich in den letzten Jahren oder auch nur Monaten und Wochen bewegt hat, dann stelle ich fest, dass die Themen sich eigentlich seit Jahren ähneln. Es gibt Konstanten, Fragen, die immer spannend genug sind und oft unbeantwortet bleiben, dass man sie fortwährend neu stellen kann.“ Kolbe und Heidecke geht es jedenfalls um einen breiten intellektuellen Ansatz und um Ideen und Gedanken gegen den Strich; die Themen und Gäste finden sie in den Bereichen Politik, Kunst und Kultur, Journalismus, Philosophie, Religion und Wissenschaft.

Zum Auftakt wirft Heidecke „ein Blick hinter die Kulissen des Nahost-Konflikts“ und spricht dazu mit dem Sohn einer einflussreichen Beduinenfamilie und „Arafats Mann in Deutschland“, mit Abdallah Frangi, dem hierzulande vielleicht prominentesten Vertreter seines Volkes. Seit bald einem halben Jahrhundert wirbt er um Unterstützung, immer wieder ist er auf Veranstaltungen, im Fernsehen oder im Radio präsent und macht sich „mit unarabischer Ruhe und Sachlichkeit“ zum Sprachrohr der palästinensischen Sache, er hält bis heute an der Zweistaatenlösung fest. Er wehrt sich gegen pauschale Terrorvorwürfe gegen sein Volk und wendet sich zugleich entschieden gegen Terror, denn der Einsatz von Waffen "egal welcher Art" sei durch nichts zu rechtfertigen. Gemeinsam mit dem früheren Botschafter Israels in Deutschland Avi Primor wurde ihm für sein Wirken und seine Haltung 2013 der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück verliehen, wenig später auch noch der Nahost-Preis der Deutschen Initiative für den Nahen Osten.

Mit seinen inzwischen 76 Lebensjahren ist der wahldeutsche Palästinenser Abdallah Frangi, der in seiner Jugend in Frankfurt am Main Medizin studiert hat und inzwischen mit seiner deutschen Frau Benita seit fast 50 Jahren glücklich verheiratet ist, ein Mensch, der Deutschland kennt und schätzt, vor allem aber ist er ein erfahrener Diplomat, der noch immer Brücken zu schlagen vermag – auch in einer historisch und politisch so schwierigen Konstellation wie sie derzeit im Nahen Osten zu erleben ist. „Im Gespräch“, so Regina Heidecke, „wollen wir versuchen zu verstehen, warum Hass, Gewalt und Ausgrenzung keine Mittel sind, Frieden zu schaffen, zu erhalten und auszubauen.“

www.al-frangi.de

 

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